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Mehr InformationenIn einem elterlichen Erbvertrag wurde festgelegt, dass ich als Sohn Alleinerbe werde. Später setzte jedoch meine Mutter meine älteste Schwester als Erbin ein. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied, dass die Kinder meines inzwischen verstorbenen Sohnes zu Ersatzerben wurden. Diese Entscheidung verdeutlicht, dass die Regelungen, die für ein wechselseitiges Testament gelten, nicht automatisch auf einen Erbvertrag übertragbar sind.
Die Ehepartner hatten einen Erbvertrag geschlossen, der ihren Sohn nach dem Ableben beider Elternteile als Alleinerben festlegte. Die drei Schwestern sollten eine Abfindung erhalten und auf ihre Pflichtteilsansprüche verzichten. Gleichzeitig übernahm der Sohn die Verantwortung, die Abfindung zu leisten, falls die Eltern dazu nicht mehr in der Lage sein sollten. Nach dem Tod des Vaters und des Sohnes änderte die Mutter jedoch ihre Verfügung und vermachte ihr gesamtes Vermögen ihrer ältesten Tochter – handschriftlich auf einem Notizzettel festgehalten.
Die beiden Enkelkinder des verstorbenen Sohnes akzeptierten dies nicht und beantragten beim Nachlassgericht einen Erbschein, der sie jeweils zu 1/2 als Erben der Erblasserin einsetzte. Der Antrag sowie die anschließende Beschwerde und Rechtsbeschwerde der beiden Enkel scheiterten jedoch zunächst.
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Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass die Kinder des verstorbenen Sohnes ihrer Großmutter im Rahmen der Ersatzerbfolge beerbt werden (Beschluss vom 26.03.2025 – IV ZB 15/24). Das Amtsgericht wurde angewiesen, den beiden Enkeln einen Erbschein auszustellen. Der BGH stellte fest, dass die Vorschriften, die für wechselseitige Testamente gelten, nicht auf Erbverträge anwendbar sind. Die Bindung der Eheleute in einem Erbvertrag ist deutlich stärker als die Bindungswirkung wechselbezüglicher Verfügungen in einem gemeinschaftlichen Testament.
Die Ehefrau konnte sich nicht einseitig von den Regelungen des Erbvertrags lösen, da kein Rücktritt vorbehalten war. Der BGH ging davon aus, dass die Enkel im Rahmen der ergänzenden Vertragsauslegung Ersatzerben des verstorbenen Sohnes geworden sind. Die Lebenserfahrung spricht dafür, dass Eltern ihren “Stamm” nicht leer ausgehen lassen wollen, insbesondere wenn der Alleinerbe verstirbt.
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